
Ein Gerätegehäuse fällt von der Tischkante und reißt entlang einer Rippe. Ein Halter, der ein Jahr lang problemlos funktionierte, bricht im Winter bei Frost. Eine Maschinenabdeckung hält statischer Last stand, zerfällt aber bei einem einzigen Schlag mit dem Montageschlüssel. In all diesen Fällen ist die Ursache dieselbe: Das Teil wurde nach dem Kriterium "Festigkeit" ausgelegt und gespritzt, belastet wird es aber schlagartig. Schlagzähe Kunststoffe sind eine eigene Werkstoffklasse mit eigener Auswahllogik, eigenen Fallstricken und sehr strengen Anforderungen an die Spritzgusstechnologie.
In diesem Beitrag klären wir, was Schlagzähigkeit in der Praxis bedeutet, worin sich ABS, Polycarbonat, Polyamide und der PC/ABS-Blend unterscheiden, wie sich diese Werkstoffe bei Minustemperaturen verhalten und — vor allem — warum ein Teil aus einem formal schlagzähen Polymer trotzdem bricht. Promservice konstruiert und fertigt Spritzgusswerkzeuge und führt Kunststoff-Spritzguss auf einem eigenen Maschinenpark aus, deshalb betrachten wir das Thema von beiden Seiten: Werkstoff und Technologie. Hier liegt der Fokus genau auf der Schlagfestigkeit; den breiteren Leitfaden zur Polymerauswahl für den Spritzguss haben wir früher veröffentlicht.
Schlagzähigkeit ist nicht dasselbe wie Festigkeit
Die Zugfestigkeit zeigt, welche Last ein Werkstoff bei langsamem Zug erträgt. Die Schlagzähigkeit zeigt, wie viel Energie ein Werkstoff aufnimmt, während er innerhalb von Millisekunden versagt. Das sind unterschiedliche Mechanismen, und ein hoher Wert beim ersten garantiert den zweiten nicht. Ein steifer und spröder Werkstoff versagt ohne erkennbare Verformung, ein zäher "fließt" zuerst und nimmt dabei Energie auf, erst danach reißt er. Ein Polymer kann ausgezeichnete Werte an der Streckgrenze aufweisen und trotzdem beim Sturz aus einem Meter Höhe zerspringen. Wenn ein Teil also fällt, Schläge erhält, mit schlagender Montage oder mit Vibration mit Schlaganteil arbeitet, muss das Auswahlkriterium die Schlagzähigkeit sein und nicht der Elastizitätsmodul.
Izod, Charpy und was die Zahlen im Datenblatt bedeuten
Die Schlagzähigkeit wird mit Pendelverfahren gemessen — Izod und Charpy. Die Probe wird von einem Pendel geschlagen, und die aufgenommene Energie wird auf die Querschnittsfläche oder auf die Probendicke bezogen. Die Verfahren unterscheiden sich in der Einspannung (Izod — einseitig eingespannt, Charpy — auf zwei Auflagern), deshalb lassen sich ihre Zahlen nicht direkt miteinander vergleichen.
Deutlich wichtiger ist etwas anderes: Die Prüfungen erfolgen gekerbt und ungekerbt. Ungekerbt zeigen viele Kunststoffe sehr hohe Werte, gekerbt ändert sich das Bild radikal — und genau dieses Bild liegt näher am realen Teil, das immer Ecken, Rippen, Bohrungen und Auswerferabdrücke hat. Werkstoffe lassen sich nur bei gleichem Verfahren, gleicher Probendicke und gleicher Prüftemperatur korrekt vergleichen.
Kerbempfindlichkeit: der größte Fallstrick
Kerbempfindlichkeit (notch sensitivity) beschreibt, wie stark die Schlagzähigkeit eines Werkstoffs bei Vorhandensein eines Spannungskonzentrators abfällt. Ein Polymer verliert einen Teil seiner Zähigkeit, ein anderes den größten Teil und wird vom zähen zum praktisch spröden Werkstoff.
Am realen Teil wirkt alles Mögliche als Konzentrator: eine scharfe Innenecke ohne Radius, ein abrupter Wanddickenübergang, ein Bohrungsrand, eine Hinterschneidung, eine Werkzeugriefe auf der formgebenden Fläche, ein Auswerferabdruck, sogar ein Gratrest. Deshalb verlangt ein Werkstoff mit hoher Kerbempfindlichkeit eine sorgfältigere Konstruktion und eine bessere Oberflächenqualität des Werkzeugs. Das erklärt die typische Situation: Zwei Hersteller spritzen dasselbe Teil aus demselben Werkstoff, und die Fallfestigkeit unterscheidet sich um ein Vielfaches. Der Unterschied liegt nicht im Granulat, sondern in Geometrie und Technologie.
Wo Schlagfestigkeit kritisch ist
Schlagbelastungen sind kein seltenes Szenario, sondern der Normalbetrieb für die meisten Industrieteile:
- Gehäuse und Abdeckungen von Geräten, Werkzeugen, Maschinen — sie werden fallen gelassen, angestoßen, transportiert;
- Halter und Befestigungen — sie ertragen Rucke, Vibration, schlagende Montage;
- Schutzpaneele und Verkleidungen — sie nehmen zufällige Schläge in der Produktion auf;
- Teile von Maschinen im Freien — Landmaschinen, Kommunal- und Bautechnik, Außenschränke;
- Automobilkomponenten und Elektrogehäuse — mit Anforderungen an das Verhalten bei Frost.
In all diesen Fällen beginnt das Versagen meist nicht dort, wo die Last am größten ist, sondern dort, wo ein Konzentrator sitzt.
ABS — der universelle schlagzähe Konstruktionswerkstoff
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol) ist die Basiswahl, wenn eine vernünftige Balance aus Steifigkeit, Schlagzähigkeit, Optik und Preis gefragt ist. Die Kautschukphase in der Werkstoffstruktur dämpft die Schlagenergie, deshalb ist ABS bei ähnlicher Steifigkeit deutlich zäher als "reines" Polystyrol.
Stärken: gute Oberfläche nach dem Spritzgießen (Hochglanz oder Textur), stabile Verarbeitung, breites Prozessfenster, leichte Lackierbarkeit, gute Typenverfügbarkeit. Die Schwindung liegt bei etwa 0,4–0,7 %, was vorhersehbare Maße ergibt. Die Grenzen sind ebenfalls bekannt: begrenzte UV-Beständigkeit (für Außenteile — stabilisierte Typen oder Wechsel auf ASA), schlechter Kontakt mit aromatischen Lösemitteln, merklicher Abfall der Schlagzähigkeit bei Frost. Das Granulat ist hygroskopisch — Trocknung ist Pflicht, sonst entstehen Silberschlieren und die Bauteilfestigkeit fällt ab.
PC — maximale Schlagzähigkeit und das Hauptrisiko
Polycarbonat (PC) ist der schlagzäheste unter den transparenten Konstruktionsthermoplasten. Es behält seine Zähigkeit über einen breiten Temperaturbereich, auch im Minusbereich, deshalb wird es dort eingesetzt, wo ein Teil garantiert nicht zerspringen darf: Schutzscheiben, Leuchtenabdeckungen, transparente Deckel, Werkzeuggehäuse, technische "Gläser".
Dafür muss man aber bezahlen. Erstens hat PC eine hohe Kerbempfindlichkeit: eine scharfe Ecke, ein Auswerferabdruck, ein Kratzer oder ein grober Grat können aus einem sehr zähen Teil ein sprödes machen. Hinzu kommt die Dickenabhängigkeit: Mit wachsendem Querschnitt fällt die Schlagzähigkeit von PC sprunghaft ab, und eine Wand ab etwa 3 mm verhält sich deutlich spröder als ein dünnwandiges Teil aus demselben Typ. Zweitens neigt es zur Spannungsrissbildung im Kontakt mit Chemikalien — Eigenspannungen plus ein ungeeignetes Reinigungsmittel, ein Klebstoff oder ein Schmierstoff ergeben ein Rissnetz ganz ohne Schlag.
Drittens ist es ein in der Verarbeitung anspruchsvoller Werkstoff: hohe Zylindertemperatur, sorgfältige Granulattrocknung (untergetrocknetes PC degradiert, die Molmasse fällt und mit ihr die Schlagzähigkeit), heiße Werkzeuge, gute Entlüftung. Bei PC darf man von den Parametern nicht "ein wenig abweichen": Das Teil sieht normal aus und zerspringt beim ersten Sturz.
PA — Zähigkeit, Verschleiß und die Feuchtigkeitsfrage
Polyamide (PA6, PA66, PA12) bieten eine Kombination aus Zähigkeit, Verschleißfestigkeit und Beständigkeit gegen Öle und Kraftstoffe, deshalb werden sie oft für belastete Baugruppen gewählt: Halter, Buchsen, Zahnräder, Befestigungen, Teile im Motorraum.
Ein Schlüsseldetail, das regelmäßig ignoriert wird: Frisch gespritztes trockenes Polyamid ist spröde. Die im Datenblatt angegebene Schlagzähigkeit von PA6 und PA66 wird erst nach der Konditionierung erreicht — nach Aufnahme der Gleichgewichtsfeuchte aus der Luft. Ein direkt nach dem Spritzgießen geprüftes Teil kann ein um ein Vielfaches schlechteres Ergebnis zeigen als dasselbe Teil nach einigen Wochen Betrieb. PA12 ist bei der Feuchteaufnahme deutlich stabiler und verhält sich vorhersehbarer.
Glasfaser erhöht Steifigkeit, Festigkeit und Maßhaltigkeit, senkt aber die Schlagzähigkeit — das Teil wird spröder, besonders an der Kerbe. Wenn die Aufgabe genau der Schlag ist, ist glasfaserverstärktes PA oft ein Schritt in die falsche Richtung. Die Granulattrocknung ist Pflicht: Feuchtigkeit bei der Verarbeitung führt zu Hydrolyse und irreversiblem Eigenschaftsverlust.
PC/ABS — der Blend mit der besten praktischen Balance
PC/ABS ist eine Mischung aus Polycarbonat und ABS, die die meisten Vorteile beider übernimmt. Die Schlagzähigkeit nähert sich der von PC, doch die Fließfähigkeit ist besser, die Kerbempfindlichkeit geringer, die Maßstabilität höher, die Verarbeitungstemperatur niedriger und die Kosten liegen unter denen von reinem PC.
Genau deshalb ist PC/ABS zum Standardwerkstoff für Elektronik- und Gerätegehäuse, Automobilkomponenten, Elektrogehäuse und Werkzeuggehäuse geworden. Der Blend hält Schläge auch bei niedrigen Temperaturen gut aus und verzeiht der Konstruktion, was PC nicht verzeihen würde.
Das Komponentenverhältnis bestimmt den Charakter: mehr PC — mehr Zähigkeit und Wärmeformbeständigkeit, mehr ABS — bessere Verarbeitung, Oberfläche und Preis. Die Trocknung vor dem Spritzgießen ist Pflicht, ebenso wie bei reinem Polycarbonat.
Modifizierte und spezielle Varianten
Neben den "großen vier" kommen bei Schlagaufgaben noch einige weitere Lösungen zum Einsatz:
- Schlagzähmodifikatoren. Elastomere Additive erhöhen die Zähigkeit des Basispolymers auf Kosten eines Teils der Steifigkeit und Wärmeformbeständigkeit. Fertig modifizierte Typen sind meist der zuverlässigere Weg als das Zumischen vor Ort.
- ASA. Praktisch ABS, bei dem die Butadienphase durch eine UV-beständige ersetzt ist. Eine vernünftige Wahl für Außenteile, die Farbe halten und unter Sonneneinstrahlung ihre Zähigkeit nicht verlieren sollen.
- PP mit Elastomer (Copolymere, TPO). Eine preiswerte Lösung für Aufgaben mit moderaten Anforderungen: gute Schlagfestigkeit, auch in der Kälte, chemische Beständigkeit, aber geringe Steifigkeit und hohe Schwindung.
- POM als Gegenbeispiel. Steif, verschleißfest, maßstabil, aber kerbempfindlich und kein schlagzäher Werkstoff im üblichen Sinne. Ein häufiger Fehler ist, POM "weil es fest ist" für ein Teil zu wählen, das fallen gelassen wird.
Verhalten bei Frost — ein eigenes Kriterium
Für Technik, die im Freien arbeitet, ist die Übergangstemperatur vom zähen zum spröden Bruch wichtiger als die Datenblatt-Schlagzähigkeit bei +23 °C. Viele Polymere, die im Innenraum durchaus zäh sind, verhalten sich bei minus 20 bis minus 30 °C völlig anders:
- die Schlagzähigkeit von ABS fällt merklich mit der Temperatur — für winterliche Außenteile ist das oft das entscheidende Gegenargument;
- PC und PC/ABS behalten ihre Zähigkeit bei Frost deutlich besser und bleiben die Hauptkandidaten;
- Polyamide werden bei Frost auch im konditionierten Zustand spröde: Die Feuchtigkeit bleibt im Bauteil, wirkt aber unterhalb der Glasübergangstemperatur nicht mehr als Weichmacher;
- PP-Copolymere mit Elastomer sind gezielt für niedrige Temperaturen zu moderatem Preis entwickelt;
- Spannungskonzentratoren wirken in der Kälte härter: Was im Sommer standhielt, reißt im Winter.
Wird ein Teil im Winter im Freien eingesetzt, müssen die Prüfungen bei Betriebstemperatur erfolgen und nicht in der Werkhalle.
Wie man auswählt: Checkliste der Fragen
Vor der Typenwahl ist es sinnvoll, einige Fragen schriftlich zu beantworten — das engt den Werkstoffkreis sofort ein:
- Wie hoch ist die Betriebstemperatur? Vor allem die Untergrenze und ob der Schlag gerade bei Frost auftritt.
- Welcher Belastungscharakter liegt vor? Schneller Schlag und Sturz oder langsame Last mit Verformung.
- Gibt es Konzentratoren in der Geometrie? Scharfe Ecken, Rippen, Bohrungen, Hinterschneidungen, Auswerferbereiche.
- Welcher chemische Kontakt besteht? Schmierstoffe, Kraftstoff, Reinigungsmittel, Klebstoffe — das ist kritisch für PC.
- Gibt es UV-Belastung und Außeneinsatz? Wenn ja — ASA, stabilisierte Typen oder Lackierung.
- Wird Transparenz benötigt? Das engt die Wahl faktisch auf PC ein.
- Welche Anforderungen an Steifigkeit, Masse und Selbstkosten bestehen? Füllstoffe geben Steifigkeit, nehmen aber Schlagzähigkeit, und ein Wechsel auf PC oder PC/ABS muss durch die Serie gerechtfertigt sein.
Die Antworten sollten im Lastenheft festgehalten werden. Die Formulierung "wir brauchen einen festen Kunststoff" funktioniert in der Produktion nicht.
Warum ein Teil "aus schlagzähem Kunststoff" trotzdem bricht
Das ist die häufigste Reklamation bei Spritzgussteilen. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle ist die Bruchursache nicht der Werkstoff, sondern das, was mit ihm gemacht wurde:
- Bindenaht in der belasteten Zone. Die Zusammenflussstelle der Schmelzeströme ist der schwächste Bereich des Teils. In gefüllten Werkstoffen sind die Fasern dort quer orientiert, und die lokale Festigkeit fällt um ein Vielfaches.
- Scharfe Innenecken ohne Radien. Der klassische Spannungskonzentrator; bei PC ist das ein fast garantierter Riss.
- Eigenspannungen. Zu schnelles oder zu langsames Einspritzen, überhöhter Nachdruck, ungleichmäßige Kühlung — das Teil kommt "geladen" heraus und reißt auch ohne Schlag.
- Polymerdegradation. Zylinderüberhitzung, lange Verweilzeit der Schmelze, untergetrocknetes Granulat — die Molmasse fällt und mit ihr die Schlagzähigkeit. Äußerlich sieht das Teil normal aus.
- Zu viel Rezyklat. Jeder Verarbeitungszyklus senkt die Zähigkeit. Bei sicherheitsrelevanten Teilen muss der Rezyklatanteil begrenzt und kontrolliert werden.
- Auswerferabdrücke und Hinterschneidungen. Eingedrückte oder "auf Hochglanz" polierte Abdrücke, Grate, Gratreste in der belasteten Zone werden zum Rissausgang.
- Kaltes Werkzeug. Eine zu niedrige Werkzeugtemperatur ergibt eine schlechtere Verschweißung der Bindenähte, höhere Spannungen und eine schlechtere Oberfläche.
- Glasfasern quer zur Belastung. Die Faserorientierung hängt vom Anspritzpunkt ab; stimmt sie nicht mit der Belastungsrichtung überein, wird die rechnerische Festigkeit nicht erreicht.
Deshalb bestimmt bei Schlagaufgaben nicht das Werkstoffdatenblatt das Ergebnis, sondern die Kette "Bauteilkonstruktion — Werkzeugkonstruktion — Spritzgussparameter".
Konstruktive Empfehlungen für schlagzähe Teile
Die meisten Probleme lassen sich bereits im 3D-Modell lösen, und das ist die günstigste Phase:
- Radien in allen Innenecken. Richtwert: Radius nicht kleiner als die halbe Wandstärke; jeder Radius ist besser als eine scharfe Ecke.
- Gleichmäßige Wandstärke. Abrupte Sprünge erzeugen sowohl Spannungen als auch Einfallstellen; Übergänge werden weich ausgeführt.
- Rippen dünner als die Wand. Richtwert 0,6–0,7 der Wandstärke bei amorphen Werkstoffen (ABS, PC, PC/ABS) und 0,4–0,6 bei teilkristallinen (PA, POM, PP): Sie schwinden stärker, Einfallstellen am Rippenfuß entstehen früher.
- Bindenähte außerhalb belasteter Zonen. Ihre Lage wird über die Position des Anspritzpunkts gesteuert — das wird vor dem Werkzeugbau abgestimmt.
- Anspritzpunkt unter Berücksichtigung der Orientierung. Bei gefüllten Werkstoffen sollte die Fließrichtung nach Möglichkeit mit der Richtung der Betriebslast übereinstimmen.
- Auswerferbereiche und Kennzeichnungen — nicht an kritischen Stellen. Auswerferstifte, Schriftzüge und Gravuren werden dorthin verlegt, wo ihre Spur nicht als Konzentrator wirkt.
Auswirkungen auf Werkzeug und Spritzgussprozess
Schlagzähe Werkstoffe stellen auch erhöhte Anforderungen an das Werkzeug:
- Lage und Balance der Anspritzung. Sie bestimmen, wo die Bindenaht liegt und wie sich die Fasern orientieren; bei Mehrkavitätenwerkzeugen ist die Füllbalance kritisch.
- Entlüftung. Schlecht abgeführte Luft ergibt Brennspuren und "unverschweißte" Bindenähte — genau dort bricht das Teil später.
- Werkzeugtemperatur. Für PC und PC/ABS sind heiße Werkzeuge nötig: Das reduziert Spannungen und verbessert die Verschweißung der Ströme.
- Einspritz- und Nachdruckprofil. Ein weiches Profil und ein korrekter Umschaltpunkt auf den Nachdruck senken die Eigenspannungen ohne Einfallstellen.
- Materialtrocknung. Für PC, PA und PC/ABS ist das keine Empfehlung, sondern die Bedingung, um die Datenblattwerte zu erreichen.
- Werkzeugstandzeit bei gefüllten Compounds. Glasfaser ist abrasiv: Es braucht gehärtete Stähle, wechselbare Einsätze in Verschleißzonen und einen geplanten Werkzeugservice.
- Politur der formgebenden Flächen. Werkzeugriefen übertragen sich auf das Teil und wirken als Mikrokerben — für PC hat das unmittelbare Bedeutung.
Wie Promservice bei schlagzähen Teilen hilft
Promservice begleitet solche Projekte von der Konstruktionsanalyse bis zum Serienspritzguss:
- wir analysieren 3D-Modell und Zeichnungen auf Fertigungsgerechtheit mit Schwerpunkt auf Spannungskonzentratoren — Radien, Wandstärkenübergänge, Rippen, Auswerferbereiche;
- wir unterstützen bei der Polymerauswahl für die realen Einsatzbedingungen, einschließlich Minustemperaturen, Chemikalien und UV;
- wir konstruieren das Spritzgusswerkzeug mit Berechnung von Anspritzpunktlage, Lage der Bindenähte, Entlüftung und Wärmebalance;
- wir fertigen die Werkzeuge in der eigenen Werkzeugbauabteilung — CNC-Fräsen, EDM, Schleifen, Politur der formgebenden Flächen;
- wir spritzen Styrolkunststoffe, Polycarbonate, Polyamide, technische und gefüllte Compounds auf einem Park von 22 Spritzgießmaschinen mit einer Schließkraft von 50 bis 650 Tonnen;
- wir fahren die Parameter in Bemusterungsläufen ein: Trocknung, Werkzeugtemperatur, Einspritz- und Nachdruckprofil — damit das Teil die im Werkstoff angelegten Eigenschaften erhält;
- wir sichern Reparatur, Modernisierung und Einlagerung der Werkzeuge, insbesondere bei der Arbeit mit abrasiven glasfaserverstärkten Typen.
Die Arbeiten führen wir im Rahmen eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 9001:2015 mit eigenem Monitoring der Produktionsprozesse aus.
Brauchen Sie schlagzähe Kunststoffteile?
Wenn Ihr Produkt Schlag, Sturz oder Frost ausgesetzt ist und Sie zwischen ABS, Polycarbonat, Polyamid und PC/ABS wählen — wenden Sie sich an Promservice. Senden Sie ein 3D-Modell, eine Zeichnung oder ein Muster: Wir bewerten die Konstruktion auf verdeckte Spannungskonzentratoren, empfehlen schlagzähe Kunststoffe für Ihre Einsatzbedingungen und liefern Werkzeugkonstruktion und Serienspritzguss mit stabiler Qualität.
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